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Ergebnisse: KBT in Zeiten von Corona

Liebe Kolleg*innen,

im Rahmen der Internationalen Fachtagung für Konzentrative Bewegungstherapie in Wiesbaden fand am 12.11.2021 eine Diskussionrunde zum Thema "KBT in Zeiten von Corona: Was hat sich verändert - was bleibt?", moderiert von Ute Backmann und Roland Brückl, statt. Hier die Ergebnisse:

Auswertung der Diskussionsrunde „KBT in Zeiten von Corona“

Methode: Open Space in der Großgruppe

Zunächst wurde in einer kurzen Einführung durch die/den Moderator*in auf die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse der Mitgliederbefragung und des Fachartikels „Der Sinn in der Berührung“ (Zeitschrift ktb, 9.Jg.2021, S. 62-72, Ernst Reinhardt Verlag München) zur Thematik hingewiesen. Anschließend wurden die Teilnehmer*innen der Veranstaltung gebeten, zu vier Clustern zur Gesamtthematik, ihre Gedanken offen zu formulieren, auf „Mind-Karten“ zu schreiben und diese auf die entsprechend vorbereiteten Metaplantafeln zu heften. Dabei konnten/sollten sie bereits mit den Personen Kontakt aufnehmen, die sich vor der gleichen Metaplantafel eingefunden haben, so dass ein erster kreativer unspezifischer Austausch angeregt wurde.  Die Bewegung im Raum - hin zu anderen Aspekten der Thematik – wurde durch die räumlich distanzierte Verteilung der Metaplantafeln im Gesamtraum als wesentlicher Aspekt der offenen dynamischen Begegnung, des persönlichen Austausches sowie der Methode  realisiert. An der Veranstaltung nahmen 54 KBT-Kolleg*innen teil, alle Expert*innen für Körperpsychotherapie. 

Thematische Überschrift: KBT in Zeiten von Corona

Auswirkungen auf:

  1. Die Weiterbildung
  2. Das Vereinsleben
  3. Die Methode
  4. Das therapeutische Arbeiten in Kliniken und Praxen

Nach Abschluss dieser Phase des Brainstormings wurden die Aspekte/Gedanken/Ideen zu den jeweiligen thematischen Untergruppen von der/dem Moderator*in gebündelt und vorgetragen und so der Großgruppe zugänglich gemacht.

Ziele:

  1. Sich ein umfangreiches Meinungsbild vereinsaktiver Personen zu machen.
  2. Hinweise für den Vorstand hinsichtlich vereinsrelevanter Themen aufzuzeigen.
  3. Das Gremium der Lehrbeauftragten für die Themen der Weiterbildungskandidat*innen zu sensibilisieren.
  4. Die durch die Pandemie hervorgerufenen Veränderungen für die KBT anzuerkennen und hinsichtlich der Adaption unserer Methode sowohl proaktiv als auch bewahrend zu reagieren (Tradition trifft auf gesellschaftliche Realität).
  5. Die besondere Bedeutung unserer Methode vor dem körperpsychotherapeutisch-psycho-dynamischen Hintergrund im Kontext der Pandemie zu benennen und zu publizieren.

Zusammenfassung der Ergebnisse:

Alle Äußerungen auf den „Mind-Karten“ wurden gesammelt und transkribiert.  Es gab eine unter-schiedliche Zahl an Rückäußerungen zu den einzelnen Punkten.  Zu Punkt I Weiterbildung gab es 28 Rückäußerungen, zu Punkt II Vereinsleben 13, zu Punkt III Methode 21, zu Punkt IV therapeutisches Arbeiten mit KBT in Kliniken und Praxen 47. Bei Punkt III und Punkt IV gab es einige inhaltliche Überschneidungen.

Punkt I: Auswirkungen auf die KBT-Weiterbildung

Fazit: Die Corona-Pandemie stellte und stellt eine große Herausforderung für die KBT-Weiter-bildung dar. Es wird der fehlende Austausch und der Verlust von persönlicher Nähe und persönlichem Kontakt beklagt. Die KBT-Weiterbildung kann durch ausgefallene und verschobene Seminare nur eingeschränkt und mit Planungsunsicherheit fortgeführt werden, insbesondere im Bereich der Weiterbildungsbausteine Beobachtung und Co-Leitung besteht ein ausgeprägter Mangel aufgrund des Zutrittsverbots für externe Personen in klinischen Einrichtungen. Dies gilt auch für klinische Praktika. Positiv vermerkt werden neue Angebote wie das Literaturprojekt und die Nutzung digitaler Medien wie Supervisionen per Zoom.

Punkt II: Auswirkungen auf das Vereinsleben

Fazit: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Vereinsleben des DAKBT waren insbesondere im Jahr 2020 beträchtlich, da Jahrestagung und Mitgliederversammlung ausfallen mussten. Die Vernetzung der Mitglieder hat darunter gelitten. Es war nachvollziehbar schwierig, neue Kontakte zu knüpfen und alte Kontakte zu halten. Allerdings wird auch im Blick auf das Vereinsleben die Möglichkeit von Videokonferenzen als hilfreich erlebt, da sich Wege verkürzen und neue Begegnungen möglich werden. Es wird allerdings angemerkt, dass die Begegnungen mehr auf der intellektuellen Ebene stattfinden und die Körperlichkeit abnimmt (ggf. nicht nur durch Nutzung digitaler Möglichkeiten, sondern auch durch social und physical distancing).

Punkt III: Auswirkungen auf die Methode

Fazit: Bei dieser Frage gibt es Überschneidungen zu Punkt IV (Auswirkungen auf das thera-peutische Arbeiten in Kliniken und Praxen). Es wird – wie schon zu Beginn der Pandemie – deut-lich, dass die stationären Einrichtungen sehr unterschiedlich auf die Pandemie reagiert haben. So gibt es an manchen Kliniken nur noch KBT-Einzeltherapie, an anderen Kliniken gibt es keine KBT-Einzeltherapie mehr. Sehr einschränkend wird das Verbot (an einigen Kliniken) erlebt, KBT-Gegenstände einzusetzen und auch die starke Kontrolle aufgrund von Hygienevorschriften wird bedauert. Ganz besonders werden Berührungsangebote vermisst, die zum Teil völlig wegfallen oder nur noch höchst eingeschränkt möglich sind. Aber – wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch (Hölderlin) – eine/ein Kolleg*in schreibt: „Mit Worten Berühren und Halt geben“. Das Arbeiten in konstanten Gruppen erlebten die Kolleginnen als positiv, das Arbeiten mit reduzierten Gruppengrößen wird als Vorteil und Nachteil gesehen. Die Kolleg*innen müssen den Ablauf der Gruppen mehr planen, die gruppendynamische Entwicklung tritt in den Hintergrund. Die KBT-Gruppen werden zum Teil als oberflächlicher wahrgenommen, da die Stabilisierung der Patient*innen im Vordergrund steht. In den KBT-Gruppen scheint während der Pandemie die basale, strukturierte Körperarbeit wieder mehr Gewicht bekommen zu haben und den KBT-Kolleg*innen gelang auch im weiteren Verlauf der Pandemie ein kreativer Umgang mit schwierigen Situationen. 

Punkt IV: Auswirkungen auf das therapeutische Arbeiten mit KBT in Kliniken und Praxen

Fazit: Bei dieser Frage gibt es Überschneidungen zu Punkt III (Auswirkungen auf die Methode). Bereits unter Punkt III genannte Punkte sind daher hier nicht mehr aufgeführt. Das Thema „Berührung in der Pandemie“ wird mehrfach angesprochen. Als zweites großes Thema geht es um das Tragen von Masken und die dadurch eingeschränkte Wahrnehmung der Mimik, aber auch den psychologischen Schutz den die Maske ängstlichen Patient*innen bietet. Auch hier haben die Kolleg*innen eine Idee: „Mit den Augen sprechen“. Es wird der veränderte Umgang mit Nähe, Distanz und Grenzen benannt, also Kernthemen der KBT. Die schwierige Situation von Patient :innen, die kein soziales Netz haben und sich schwertun ein soziales Netz aufzubauen, wird angesprochen. Ebenso wird thematisiert, dass sich die Versorgung der Patientinnen durch die Schließung von Tageskliniken und den weitgehenden Wegfall ambulanter Gruppen, auch von KBT- Gruppen) dramatisch verschlechtert hat. Auch die ambulanten KBT-Kolleg*innen sind davon zum Teil existentiell betroffen. Die klinisch tätigen KBT-Therapeut*innen leiden unter dem Wegfall kollegialer Kontakte in Teambesprechungen und Supervisionen. Es wird beschrieben, dass KBT- Therapeut*innen zu einem Rollenwechsel gezwungen sind: Von der/vom Therapeut*in zum „Erzieher*in“. Auch im Punkt IV zeigt sich wieder die große Flexibilität der KBT-Kolleg*innen in der Pandemie: Es wird mehr mit „KBT outside“ (also in der Natur) gearbeitet und KBT als Tele- psychotherapie entdeckt und durchgeführt.

Heppenheim/Ravensburg, 16.01.2022

Ute Backmann und Roland Brückl

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Zukunftswerkstatt dieses Jahr im Ausweichquartier

*Anmelden noch möglich!*

Liebe Kolleg*innen,

leider kann die 2. KBT-Zukunftswerkstatt am 11./12. März aufgrund der aktuellen Corona-Regeln nicht wie gewohnt in der Rhein-Klinik Bad Honnef stattfinden. Unser neuer Veranstaltungsort ist gar nicht weit von der Rhein-Klinik entfernt und ist vielen von Euch/Ihnen als Unterkunft schon bekannt: Wir tagen in den schönen Räumen des

Seminaris Hotels Bad Honnef
Alexander-von Humboldt-Straße 20
53604 Bad Honnef

Wichtig:
Durch den Ortswechsel entstehen für die Teilnehmer*innen keine höheren Kosten! 
Der Unkostenbeitrag beträgt weiterhin nur 35€! Die entstehenden Mehrkosten übernimmt der Verein.

Im Unkostenbeitrag enthalten sind Tagungsgetränke, Kaffee, Tee und Snacks, das Abendessen am Freitag und - anders als sonst:
Auch das Mittagessen am Samstag ist inklusive.
Über die Homepage des Hotels können außerdem Zimmer zu einem günstigen Preis (inkl. Frühstück) gebucht werden. 
Derzeit gelten 2G-plus-Regeln und Maskenpflicht im Hotel. Das aktuelle Hygienekonzept findet Ihr ebenfalls auf der Homepage.

Nicht vergessen:
Die Zukunftswerkstatt wird mit 8 Stunden auf die Weiterbildung angerechnet!

Der neue Tagungsort mit seinem tollen Raumangebot wird uns sicher ganz besonders inspirieren! Einen kleinen Eindruck könnt Ihr auf der Homepage des Hotels gewinnen. Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen und auf das gemeinsame Werken in ganz anderer Atmosphäre!

Bei Fragen wendet Euch jederzeit an zukunftswerkstatt@dakbt.de.

Hier findet Ihr das Programm der 2. KBT-Zukunftswerkstatt.

Eure Vorbereitungsgruppe Zukunftswerkstatt
Andrea Balcerzak
Henrik Süß
Susanne Wagner 

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Internationale Fachtagung für Konzentrative Bewegungstherapie 2021

Die internationale Fachtagung für Konzentrative Bewegungstherapie fand vom 11. bis 14. November 2021 zum Thema „Schmerz lass nach!“ im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod statt.

Für den Vorstand des DAKBT begrüßte Ute Backmann die 81 Teilnehmer*innen. Sie zeigte sich froh darüber, dass die Tagung in diesem Jahr unter fast gewohnten Umständen als Präsenzveranstaltung stattfinden konnte. Ihr Dank galt den Referent*innen für die Bereitschaft, ihre Vorträge und Seminare um ein Jahr zu verschieben und der Vorbereitungsgruppe für Ihre Flexibilität, für dieses Jahr sowohl eine Präsenz- als auch eine alternative Onlineveranstaltung vorzubereiten.

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Abbildung: Ute Backmann

Karin Schreiber-Willnow, Mitglied der Vorbereitungsgruppe, führte in das Tagungsthema Schmerz ein, dessen Behandlung eine Kernkompetenz der Konzentrativen Bewegungstherapie als körperorientiertes psychotherapeutisches Verfahren darstellt. Während der Tagung solle das Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchtet werden: Die Einordnung des Phänomens im neuen ICD 11, leib-philosophische Aspekte sowie aktuelle psychosomatische Behandlungsmöglichkeiten.

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Abbildung: Vorbereitungsgruppe: Anke Hamacher Erbguth, Karin Schreiber-Willnow, Regina Schrack-Frank

Prof. Dr. med. Ralf Nickel eröffnete die Tagung mit seinem Vortrag „Kintsugi – Vom Glück in Scherben zu liegen und der Kunst zu verbinden“.

Kintsugi ist eine traditionelle japanische Reparaturmethode für Keramik, bei der Gebrochenes geklebt wird und als vergoldeter Bruch sichtbar bleibt. So, betonte Nickel, ist auch der Heilungsprozess psychosomatischer Erkrankungen zu verstehen. Dabei spielt es eine wesentliche Rolle, die Krankheit und den Krankheitsprozess in seiner Einzigartigkeit zu betrachten und in seiner Entwicklung zu verstehen.

Das Kategorisieren und Etikettieren durch Klassifikationen (im Januar 2022 wird die ICD-10 durch die ICD-11 abgelöst) wird einer komplexen Symptomatik oft nicht gerecht, ist aber als Grundlage für Vergleichbarkeit und Qualitätssicherung notwendig.

Nickel beschrieb die KBT als einen zentralen Bestandteil psychosomatischer Komplexbehandlungen und der psychodynamisch-psychotherapeutisch orientierten Schmerztherapie. Die KBT stellt einen empathischen, handlungsnahen Dialog-Raum zu Verfügung, der es ermöglicht, Entwicklungen individuell zu begleiten, die Schmerzbehandlung zu individualisieren und korrigierende Erfahrungen zu machen.

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Abbildung: Ralf Nickel

Am Donnerstagabend trafen sich traditionell die Gremien des Vereins. Zudem fand ein gut besuchtes Treffen für Interessierte zum Thema: „Wie unterstützend ist die KBT fürs alt werden und alt sein?“ statt, moderiert von Evelyn Schmidt.

Am Freitagvormittag stellte Angelika Draxler zwei Projekte des ÖAKBT vor:

Das Zoom LAB – entstanden auf der Suche nach digitalen Wegen der Therapie in der Coronakrise – ermöglicht es zertifizierten KBT-Therapeut*innen aus dem deutschsprachigen Raum, an einem kostenlosen Tele-KBT-Angebot per Zoom teilzunehmen. Das Zoom LAB ist sowohl Selbsterfahrungs – als auch Fortbildungsangebot. Ein 10-minütiges KBT Angebot wird zunächst zu zweit in einem Breakout-Room reflektiert und anschließend in einer Methodenreflexion im Plenum diskutiert.

Die digitale Dokumentationsstelle ist ein kostenfreies, umfassendes digitales Archiv für Veröffentlichungen über die Konzentrative Bewegungstherapie. Die bisher gescannte Literatur ist für Mitglieder des ÖAKBT im internen Bereich ihrer Website zugänglich. Ein möglicher Zugang für den DAKBT wird vom ÖAKBT geklärt.

Im zweiten Vortrag der Tagung „Das Leibgedächtnis von Schmerz und Trauma“ sprach Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs über die Zusammenhänge von Schmerz, Trauma und Gedächtnis aus phänomenologischer und psychopathologischer Sicht.

Schmerzen werden, wie alle Erfahrungen, die körperlich gemacht werden, im Leibgedächtnis repräsentiert. Ohne eine bewusste Erinnerung an die frühere Situation, erinnert unser Körper Schmerz und kann ihn sogar vorwegnehmen, wie z.B. in einer Schonhaltung nach einer Verletzung. Wiederholte Schmerzreize führen zum Wachstum von Schmerzneuronen im Rückenmark und zu einer Vergrößerung entsprechender Netzwerke in der sensorischen Hirnrinde. In Folge reicht ein kleiner Impuls, um den Schmerz auszulösen: chronische Schmerzen entstehen. Schmerzen bringen uns intensiv mit uns selbst in Kontakt. Sie vergegenwärtigen Beziehungsaspekte, wenn der Schmerz durch Strafe oder Trauma zugefügt wurde. 50% aller chronischen Schmerzpatient*innen haben Gewalt in der Kindheit erlebt.

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Abbildung: Thomas Fuchs

Unter dem Motto „Bewegung ist nicht nur bei Schmerzen gut!“ trafen sich am frühen Freitagnachmittag wanderlustige Tagungsteilnehmer*innen mit Alexandra Epner zu einer 5km langen Wanderung durch den Odenwald.

Die anschließende Diskussionsrunde zum Thema KBT in Zeiten von Corona fand sehr großen Anklang. Roland Brückl und Ute Backmann stellten zunächst ein Projekt vor, in dessen Rahmen sie am Anfang der Pandemie Erfahrungen von Kollegin*innen mit ihrer Arbeit in Kliniken und Praxen unter Pandemiebedingungen einholten. Nachdem das Thema nach wie vor große Aktualität hat, gab es auf der Tagung erneut die Gelegenheit eigene Erfahrungen in einem Brainstorming auf Flipcharts mitzuteilen. Die Teilnehmer*innen äußerten sich zu den Fragen: Was hat Euch bewegt in Zeiten von Corona? Was sind die Auswirkungen auf das therapeutische Arbeiten in Kliniken und Praxen, auf die Weiterbildung, auf das Vereinsleben und auf die Methode? Die Rückmeldungen werden von Roland Brückl und Ute Backmann ausgewertet und den Mitgliedern zugänglich gemacht werden.

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Abbildung: Brainstorming zum Thema KBT in Zeiten von Corona

Bei der EAKBT Generalversammlung am späten Freitagnachmittag wurden Maria Steiner als Präsidentin und Barbara Karlin als Vizepräsidentin in ihrem Amt bestätigt.

Der Vereinssitz des EAKBT wurde in der Zwischenzeit erfolgreich aus der Schweiz nach Deutschland verlegt. Auf dem EAP-Kongress (European Association for Psychotherapie) im März dieses Jahres konnte der EAKBT den EWAO-Status erfolgreich verteidigen und wurde reakkreditiert. Am 12. und 13. März 2022 wird anlässlich des 30jährigen Jubiläums des EAP ein Kongress in Wien stattfinden.

Die Versammlung endete mit einer Diskussion und Ideensammlung für die weitere Europäisierung der KBT (wie z.B. Einführungskurse in Grenznähe).

Am Freitagabend stellte Prof. Dr. phil. Klaus-Peter Seidler von der Forschungsgruppe des DAKBT in einem Vortrag das Forschungsprojekt (Neben-)Wirkungen der KBT-Gruppentherapie – die Sicht der Patient*innen vor. Nach einem herzlichen Dank an die Kolleg*innen aus den Kliniken, die sich am Forschungsprojekt beteiligten, gab er zunächst einen Überblick über wesentliche Aspekte wissenschaftlicher Forschung. Nachdem die Tagungsteilnehmer*innen im Rahmen des Vortrags die Möglichkeit hatten, sich selbst mit den Forschungsfragen auseinanderzusetzen, erfolgte die Präsentation der Forschungsergebnisse. Näheres zum Projekt und den Ergebnissen finden Sie auf der Homepage des DAKBT. Grundsätzlich ist es geplant, den Freitagabend der Tagung in Zukunft für die Präsentation von Forschungsprojekten zu nutzen, nachdem es die Forschungswerkstatt im Frühjahr nicht mehr gibt.

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Abbildung: Klaus-Peter Seidler

Nach dem Vortrag wartete eine Überraschung auf die Tagungsteilnehmer*innen. Die Forschungsgruppe lud zu „Forschungspralinen“ mit Sekt und Schokolade ein.

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Abbildung: Forschungspralinen

Am Samstagvormittag stellte Sabine Wessendorf, KBT-Therapeutin und Lehrbeauftragte im DAKBT, in ihrem Vortrag „Auf den zweiten Blick – die Geschichte hinter den Schmerzen“ den eindrücklichen Behandlungsprozess einer Patientin mit einer chronischen Schmerzstörung vor.

Sie machte zunächst deutlich, dass nicht der physische Schmerz es ist, der die höchste Belastung für die Patient*innen darstellt, sondern seine Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Menschen. Zu erleben, dass man nicht mehr ist, wie man einmal war, ist schwer auszuhalten. Besonders drastisch wird das bei chronischen Schmerzen erlebt.

Bei akuten Schmerzen besteht Hoffnung auf Linderung und man erfährt das Mitgefühl anderer.

Demgegenüber „vergehen“ chronische Schmerzen nicht einfach und so gehen auch Erwartbarkeit und Vorhersehbarkeit verloren. Auch das Mitgefühl der Mitmenschen schwindet und so sind Rückzug und Scham die Folge.

Weil soziale Nähe Schmerz lindert und das Gefühl von Verbundenheit eine große Ressource darstellt, ist es wichtig, in der Therapie zunächst auf das Bindungsverhalten des Patienten zu achten. Die Fallvignette der Referentin machte sehr deutlich, wie wichtig es ist, sich zu Beginn der Therapie ausreichend Zeit für den Aufbau einer sicheren Bindung zu nehmen. Erst dann sollte der Schmerz in den Fokus genommen werden.

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Abbildung: Sabine Wessendorf

Am Samstagnachmittag fand die Mitgliederversammlung des DAKBT statt, nachdem sie im vergangenen Jahr pandemiebedingt ausfallen musste.

Die Berichte der Gremien machten deutlich, wie schwierig die Vereinsarbeit in den vergangenen beiden Jahren war. Gleichzeitig spiegelten sie wider, mit wieviel Engagement, Lebendigkeit und Kreativität trotzdem gearbeitet wurde.

Die beiden Initiatorinnen des Talentschuppens berichteten zum Beispiel von einer gelungenen Zoom-Veranstaltung mit 40 Teilnehmer*innen, bei der es darum ging, den Verein mit seinen Gremien näher kennenzulernen und eigene Talente zu entdecken.

Das Team der Zukunftswerkstatt lud für den 11./12.3.22 nach Bad Honnef ein zum Thema „DAKBT: Alle in einem Boot? Was uns eint und was uns auszeichnet.“

Bei den Sprecherinnen der Weiterbildungskandidatinnen gibt es eine personelle Änderung. Lydia Stapel übernimmt die Aufgabe von Petra Krüger, Frau Maass-Fust bleibt weiter im Amt.

Ute Backmann trat nach acht Jahren Vorstandstätigkeit bei den diesjährigen Vorstandswahlen nicht mehr an. Ihr Engegagement für den DAKBT wurde in mehreren Wortmeldungen und mit viel Applaus gewürdigt.

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Abbildung: Ute Backmann


Die Mitgliederversammlung wählte Waltraut Betker und Rudolf Kost ein weiteres Mal in den Vorstand des DAKBT. Neues Vorstandsmitglied ist Frank Kasper, Weiterbildungskanditat aus Prien am Chiemsee.

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Abbildung: Frank Kasper, Waltraut Betker, Rudolf Kost

Die nächsten Jahrestagungen finden am 13.-16.10.22 und am 12.-13.10.23 in Wiesbaden-Naurod statt.

Am Samstagabend konnte unter fast gewohnten Bedingungen gefeiert und  - zur Freude der KBT-Gemeinschaft - mit Abstand, aber großer Begeisterung getanzt werden. Elvira Braun, Heidi Klett und Regina Schrack-Frank griffen in einer Theatereinlage humorvoll Tagungsthemen auf und verzauberten ihr Publikum als König Majoran der Viertel-vor-Zwölfte, Prinzessin Lavendel und Ritter Beifuß.

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Abbildung: Tanz am Festabend

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Abbildung: Heidi Klett und Regina Schrack-Frank

Am Sonntagvormittag hielt Dr. med. Doris Klinger den Abschlussvortrag zum Thema „Psychosomatische Behandlung stressbedingter Schmerzstörungen“. Klinger gab zunächst einen Überblick über relevante Hirnfunktionen, um Zusammenhänge zwischen frühen Schmerzerfahrungen und dem genetisch festgelegten Stressverarbeitungssystem zu erläutern: Vor allem frühe Stresserfahrungen führen zu einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit, so dass Dysstress häufig als Schmerz erlebt wird. Typische Stressfaktoren in der Kindheit sind familiäre Gewalt, emotionale Vernachlässigung und schlechte sozioökonomische Bedingungen. Als Schutzfaktoren wirken zum Beispiel sichere Bezugspersonen und Intelligenz. Obwohl sich Stresserfahrungen auch morphologisch auswirken, ist „Überlernen“ durch neue, heilsame Erfahrungen und gute Beziehungen im Erwachsenenalter möglich.

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Abbildung: Doris Klinger

Nach einer letzten Einheit in den Workshops traf sich das Plenum ein letztes Mal zu einer Abschiedsrunde. Rudolf Kost dankte der Vorbereitungsgruppe und allen an der Durchführung der Tagung beteiligten für die gelungene Veranstaltung.

Folgende Workshops fanden statt:

Körperschmerz – Seelenschmerz. Die Psychosomatik chronischen Schmerzes

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Abbildung: Kathinka Kintrup

„Und manches Übel flüchtet vor der Heiterkeit“ (Goethe)

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Abbildung: Heidi Klett und Elvira Braun

„Hör auf deinen Körper!“

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Abbildung: Claudia Krüger

Geschichten, die der Schmerz erzählt

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Abbildung: Sivia Maag

Das Vertrauen in den Körper wieder gewinnen

Abbildung: Marina Müller

Schmerz – Wut – Depression

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Abbildung: Jürgen Schultheiß

Morgeneinstimmung

Christoph Rother 2021 

Abbildung: Christoph Rother

Text: Karin Hartwig und Susanne Wagner  
Fotos: Karin Hartwig

Virtueller Büchertisch: Literaturliste zur Jahrestagung 2021 "Schmerz lass nach!"


 

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Auf geht´s zur 2. KBT-Zukunftswerkstatt!

Unter dem Titel "DAKBT: Alle in einem Boot? Was uns eint und was uns auszeichnet." geht am 11. und 12. März 2022 die KBT-Zukunftswerkstatt in die zweite Runde. Ob jung oder alt, ob zertifiziert oder in Weiterbildung - wir laden alle Mitglieder des DAKBT herzlich ein, unseren Verein fit für die Zukunft zu machen.
Das Veranstaltungsprogramm finden Sie pdfhier

Die Vorbereitungsgruppe:
Andrea Balcerzak, Köln
Henrik Süß, Böblingen
Susanne Wagner, Nürnberg

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Neuveröffentlichung: Sexualität in der KBT

Ute Backmann, Lehrtherapeutin und Supervisorin im DAKBT, stellt in ihrem Buch das Thema Sexualität in der KBT-Behandlung in den Mittelpunkt.
Sie verbindet Konzepte der sexuellen Entwicklung mit Fallbeispielen aus Einzel- und Gruppentherapie. Dabei geht sie u.a. praxisnah ein auf:

  • die sensible Thematisierung von Sexualität im therapeutischen Rahmen
  • die Rolle von sexueller Orientierung und Identität
  • Sexualität im Kontext spezifischer psychischer Störungen wie Traumafolgestörungen, Essstörungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Das Buch ist erschienen im Verlag Ernst Reinhard und kostet € 26,90.

Backmann Sexualität

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Psychotherapie in der Klimakrise

36 psychotherapeutische Verbände sind in einer Resolution vereint, darunter die DGK (Deutsche Gesellschaft für Körperpsychotherapie), der auch der DAKBT angehört. Die Geschäftsstelle der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung hat diese Resolution veröffentlich unter dem Titel „Die Potentiale psychotherapeutischer Expertise und verbandlicher Aktivitäten bei der Bewältigung der Klimakrise – Konkretisierung von nachhaltigem Handeln und Klimaschutz“.

Der sechste Sachstandbericht des Ausschusses für Klimawandel der Vereinten Nationen (ipcc) bestätigte eindeutig, dass durch menschliche Aktivitäten rapide Veränderungen stattfinden. Die Klimakrise ist eine elementare, aber sich anders als andere Krisen eher schleichend entwickelnde Bedrohung.

Die Dissonanz zwischen Wissen und Handeln im Bezug zur Klimakrise ist umfassend beschrieben und dokumentiert. Psychotherapeut*innen können bei der Bewältigung sich verändernder Lebensbedingungen und daraus resultierender psychischer Belastungen unterstützen. Eine Domäne der KBT ist die Entwicklung und Stärkung der Fähigkeit vom Denken zum Handeln zu kommen. Deshalb ist es sehr wünschenswert, dass der Aufruf der Resolution auch innerhalb des DAKBT Handlungsimpulse weckt.
Im Anhang findet sich die Resolution und die Auflistung aller angeschlossenen Psychotherapieverbände.

 pdfGK_II_Klimaresolution

Christine Breitenborn
Anke Hamacher-Erbguth

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