In der diesjährigen Modulreihe wenden wir uns den „starken“ Gefühlen der Lust, der Wut, des Schmerzes und der Angst zu, die uns (un-)bewusst in unseren Motiven, Beziehungen und Handlungen leiten.

Anmeldungen für das erste Modul noch bis zum 31.01.2020 möglich.

 

Flyer ASH 2020 1

Flyer ASH 2020 2

Weitere Informationen:

https://www.dakbt.de/weiterbildung/fort-und-weiterbildungstermine/theorie-praxis-seminare/393-kbt-seminarreihe-im-weiterbildungsprogramm-der-alice-salomon-hochschule-2020

Anmeldeformular:

https://www.ash-berlin.eu/weiterbildung/zentrum-fuer-weiterbildung/kurssuche/einzelansicht-kurs/?atyp=sr&uid=R01.20

Die 1. KBT-Zukunftswerkstatt findet vom 28. bis 29. Februar 2020 in der Rhein-Klinik in Bad Honnef statt.

Das Programm finden Sie hier.

Liebe Teilnehmende der letzten Jahrestagung, liebe an der Jata interessierte KBT’ler,

jede Tagung braucht einen guten Abschluss, eine Möglichkeit, all dem, was während der Tagung erlebt, gedacht, erfahren, neu hinzugewonnen… wurde, innerlich einen Platz zu geben, oder, um es moderner zu sagen (schließlich ging es ja um Digitalisierung), eine Möglichkeit zu erhalten, alles Wichtige in die richtige Datei abzulegen, so dass man es auch wieder findet, wenn man darauf zurückgreifen möchte oder daran weiter arbeiten möchte.

Die Vorbereitungsgruppe der Jata und ich hatten uns deshalb ein neues Format für den Abschluss ausgedacht.

Wir haben die Teilnehmer*innen eingeladen, sich in kleine Gruppen zusammen zu tun, sich vor einem Flipchart zu versammeln und miteinander zu überlegen

„Was hat mich auf dieser Jata erreicht/berührt?“ und diese ganz subjektiven Ergebnisse auf das jeweilige Flipchart zu schreiben.

In einer zweiten Runde ging es dann darum, sich darüber Gedanken zu machen, was man/frau in seine KBT-Praxis mitnehmen möchte oder mitnehmen wird.

Dazu gab es Flips, auf denen die Frage stand:

„Was ich in meine (KBT-)Praxis einfließen lasse, ausprobiere…“

Auf einem dritten Flip hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit zum Ausdruck zu bringen, was ihnen wichtig ist zu sagen. Die Frage auf dem Flip lautete dementsprechend:

„Was ich noch gerne sagen möchte“.

Was hat dich berührt JaTa 2019
Was ich in Praxis einfließen lasse JaTa 2019
Was ich noch sagen wollte JaTa 2019

Die Antworten zu diesen Fragen liegen nun vor mir und somit die Herausforderung, aus diesen ja sehr subjektiven Aussagen diejenigen Gedanken herauszufiltern, die auch für (alle) andere(n) und/oder den Verein relevant sein könnten. Das will ich versuchen, wohl wissend, dass diese Zusammenfassung vereinfacht und Komplexität reduziert. (Ein Fotoprotokoll der Flips zu verschicken, erscheint mir aus mehreren Gründen nicht sinnvoll: weil die abfotografierten Flips sehr schlecht zu lesen sind, weil es sehr viele sind!, weil manche Aussagen sehr persönlich sind und weil manche Aussagen sich gar nicht mehr erschließen, weil sie aus dem Kontext genommen sind).

Generell lässt sich sagen:

Das Thema, die zunehmende Digitalisierung der Welt, die Frage wie das Digitale sich mit dem Analogen der KBT verknüpfen lässt, wie das eine in das andere hineinwebt, das hat Alle berührt und bewegt weit über die Tagung hinaus und weit in die tägliche KBT-Praxis hinein; und sei es nur dadurch dass das klassische KBT-Material (Seile, Bälle, Stäbe…) durch ein ausgedientes Handy ergänzt wird…

Sehr gut gelungen war das Zusammenspiel der Vorträge und der Workshops, die Wiederaufnahme und Weiterverarbeitung der Vortrags-Themen in den Kleingruppen. In den Vorträgen wurden viele Denkimpulse gegeben, die in den Gruppen erlebt, erfahren, be-handelt, weitergeführt werden konnten.

Die Tagung hatte einen Rahmen geboten, sich selbst (neu) zu erfahren, die eigene Haltung zu reflektieren, einen neuen Blick zu gewinnen, eine analoge Intensität zu erfahren, sich ermutigt zu fühlen, Patient*innen zu berühren, mutig neu zu denken, Resonanz zu erleben, die KBT-Grundprinzipien als stabiles Fundament zu wissen, die nicht stofflichen Süchte mehr in den Fokus zu nehmen – so einige der Aussagen).

Das Tagungs-Design, das ja nicht neu ist und schon seit vielen Jahren im wesentlichen weitergeführt wird, kam sehr gut an: der Wechsel von Vorträgen und workshops, -gemeinsam in einem Haus zu tagen, was bedeutet, Zeit zu haben für informelle Begegnungen, - das Fest, - der freie Nachmittag ( gemeinsam etwas Erleben),die Vielfalt, Buntheit und Frische der Vorbereiter*innen und Teilnehmer*innen…

Und im speziellen:

Der Grundlagen-workshop zum Thema „Berühren“ nahm in den Aussagen einen großen Stellenwert ein und hat sehr berührt!

Ebenso die Frage wie Intensität entstehen kann: analog, und durch Nutzung therapeutischer Mail-Kontakte, wie man online verbunden sein kann und/oder über einen Nähfaden in Verbindung kommt, das Narrative in der Email-Therapie und die mögliche hohe Emotionalität der Internettherapie, die Frage nach dem Sinn und dem Eigen-Sinn und zu sich kommen über die Sinne…

Ein neues Bewusstsein wurde angeregt für unseren Zeitgeist, für Verbindungen nach außen und nach innen, die Erkenntnis, dass im Leid alle Menschen gleich sind, zeitlich, räumlich, global, dass es einen Humanismus über Grenzen hinweg gibt…

Dass es wichtig ist, die eigene Arbeit zu beforschen!

Und die Erkenntnis, last not least, dass beim DJ ein Generationenwechsel ansteht: während die KBT-Frauen und -Männer immer jünger werden, ist er mit seiner Musikauswahl stehen geblieben…

Gibt es ein Fazit aus diesen Rückmeldungen?

Ich traue mich mal … :

  • Das Design der Tagung sollte unbedingt im Wesentlichen so erhalten bleiben. Besonders wenn es zwischen den Vortragsthemen und den Themen der workshops eine inhaltliche Verbindung gibt.
  • Vielleicht könnte ein workshop immer ein Grundthema der KBT aufgreifen,(wie bei der Jata das Thema Berühren)
  • Vielleicht ist es gut, sich beim Tagungsthema auch auf „kbt-ferne-Themen“ einzulassen, wie dieses Jahr, um festzustellen dass sie gar nicht so kbt-fern sind.

Und was denken Sie?

 

„Die therapeutische Beziehung in der digitalen Welt“ war das Thema der 43. internationalen Fachtagung für Konzentrative Bewegungstherapie, die zum dritten Mal im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden stattfand.

Ute Backmann betonte in ihren eröffnenden Worten vor 86 Tagungsteilnehmer*innen die besondere Brisanz dieser Thematik - gerade für Therapeut*innen einer körperorientierten Therapiemethode.

Backmann Ute_2019
Ute Backmann
Abbildung: Barbara Bayerl, Anke Hamacher-Erbguth, Marie-Louise Redel
B. Bayerl, A. Hamacher-Erbguth, M.-L. Redel

Welche Auswirkungen hat die zunehmende Digitalisierung auf die therapeutische Beziehung – insbesondere für KBT-Therapeut*innen? Wo liegen Risiken oder vielleicht auch neue Möglichkeiten? Im Namen der Vorbereitungsgruppe (Barbara Bayerl, Marie-Louise Redel und Anke Hamacher-Erbguth) führte Barbara Bayerl in das Tagungsthema ein und machte neugierig auf Vorträge und Workshops, die eine komplexe Auseinandersetzung mit der Thematik in Aussicht stellten.

 

Den Eröffnungsvortrag „Vom Steinzeitmenschen zum Smartphoneuser - Gesund bleiben in einer immer komplexeren digitalen Welt“ hielt Prof. Dieter Braus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden.

Prof. Dieter Braus 2019
Der Referent beleuchtete die Problematik der zunehmenden Digitalisierung, den Prozess fundamentaler Veränderung der menschlichen Gesellschaft bildreich und von vielen Seiten. Aspekte, die er aufzeigte, waren zum Beispiel die körperliche Entlastung, aber seelische Belastung durch eine veränderte Arbeitswelt, das „gemeinsam einsam“ bei der Fixierung aufs Smartphone, die allgegenwärtige Angst etwas zu

verpassen (FOMO „Fear of missing out“) oder die Belastung durch zu viel Informationen bei Angsterkrankungen (Cyberchondrie).

Ein besonderes Augenmerk legte Prof. Braus auf entwicklungspsychologische Aspekte. So entständen ernsthafte Bindungsverluste, weil Mutter oder Vater ihre Aufmerksamkeit in Gegenwart des Kindes überwiegend auf ihr Handy richteten. Kinder gerieten unter Stress, weil sie – biologisch eigentlich Steinzeitmensch und auf seltene Belohnungsreize programmiert – durch die ständigen Belohnungsreize bei Onlinespielen überfordert seien.

Als ausgleichendes Element zur digitalen Überflutung stellte der Referent ein „Natürliches Anti-Stress-Programm“ vor. Dabei spielen unter anderem Bewegung, Naturerfahrung, Schlaf, soziale Unterstützung, Rituale, Achtsamkeit und Entspannung eine Rolle.

Wie sehr die Thematik des Vortrags den Nerv der Zuhörer*innenschaft getroffen hat, wurde in der anschließenden Diskussion deutlich.

Am Donnerstagabend fand ein sehr gut besuchtes Treffen der Weiterbildungskandidat*innen statt. Sabine Wessendorf übernimmt mit Unterstützung von Nina Freudenberg die Leitung der Weiterbildungskommission von Evelyn Schmidt. Sprecherinnen der Weiterbildungskandidat*innen sind Petra Krüger und Annette Maass-Fust.

Erstmalig auf dieser Jahrestagung fand ein Treffen der im Verein tätigen Mentor*innen statt. Der lebendige Austausch zwischen „alten Hasen“ und Kolleg*innen, die sich gerade in die Mentor*innentätigkeit einarbeiten, wurde als sehr konstruktiv erlebt.

Die Referentin des zweiten Vortrags „Spezifika und Wirksamkeit der therapeutischen Allianz im internet-basierten Therapiesetting“, Dr. Maria Böttche leitet die Forschungsabteilung des Zentrums ÜBERLEBEN in Berlin mit den Forschungsschwerpunkten Traumafolgestörungen und Psychopathologie bei geflüchteten Menschen. Die therapeutische Arbeit der Abteilung erfolgt über Briefe zwischen Therapeut*in und Patient*in, die über eine geschützte Internetplattform übermittelt werden.

Dr. Maria Böttche 2019
Einführend gab sie einen Überblick über das Pro und Contra eines internetbasierten Settings. Dabei beleuchtete sie die therapeutische Versorgung als globale Herausforderung. So bietet das Zentrum ÜBERLEBEN zum Beispiel seit 10 Jahren eine sehr gut besuchte Therapieplattform für Menschen im arabischen Raum an. Dass Beziehung eine der wichtigsten Stellschrauben für eine erfolgreiche Therapie ist, wird in den

beiden Fallbeispielen der Referentin deutlich. Frau Dr. Böttche berichtet über das Projekt ihrer Doktorarbeit „Lebenstagebuch Therapie“ und gibt einen bewegenden Einblick in die Briefe weltkriegstraumatisierter Kinder – Menschen, die heute um die 80 Jahre alt sind. Es wird spürbar, wie behutsam ein tragender Kontakt zwischen Therapeutin und Patientin über das geschriebene Wort entstanden ist.

Das seit 2008 bestehende arabischsprachige Therapieprogramm gibt vielen Menschen in durch Krieg und Vertreibung aussichtslosen Lebenssituationen einen Zugang zur Therapie – was der Brief eines Mannes, der die Inhaftierung in einem arabischen Gefängnis überlebt hat, berührend belegt.

Nach dem Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über Resonanz in der therapeutischen Beziehung.

Unter dem Motto „Stadt-Land-Fluss“ - Ein „offline“-Nachmittag für Sinne und Bewegung“ fand sich am Freitagnachmittag eine große Gruppe Kolleg*innen zu einem Ausflug mit der ältesten deutschen durch Wasserlast betriebenen Drahtseilbahn auf Wiesbadens Hausberg, den Neroberg ein. Es war Zeit den Ausblick auf Wiesbaden zu genießen, die russisch-orthodoxe Kirche mit den goldenen Türmen zu besichtigen, zu wandern und Kaffee zu trinken. Ein wunderschöner Nachmittag – mal ganz offline.

Nerobahn Naurod
Nerobahn
Ausflug Neroberg 2019
Ausflug Neroberg

Am Freitagabend fand die EAKBT Generalversammlung statt, die sich in diesem Jahr reger Teilnahme erfreute.

Dr. Maria Böttche 2019
Da die Geschäftsstelle des EAKBT aus der Schweiz nach Deutschland verlegt werden soll, war es nötig, den Verein nach deutschem Vereinsrecht neu zu gründen – was durch 15 der teilnehmenden Kolleg*innen geschah. Der Vorstand des EAKBT wurde neu gewählt. Zur allgemeinen Freude wurden Maria Steiner (Präsidentin), Dr. Barbara Karlin

(Vizepräsidentin) und Rosemarie Gässler (Kassenwartin) in ihrem Amt bestätigt. Die Versammlung klang an einem bunten Buffet mit Snacks aus den sieben Mitgliedsländern gesellig aus.

Roland Brückl, Lehrbeauftragter im DAKBT mit langjähriger Erfahrung in Klinik und eigener Praxis referierte am Samstag zum Thema „Kann Konzentrative Bewegungstherapie digital?“

Der Vortrag wurde nicht zuletzt deshalb mit Spannung erwartet, weil der Referent das Auditorium bat, das eigene Handy mitzubringen.

Roland Brückl 2019
„Den Akku aufladen.“, „Den Beziehungsstatus upgraden“- Der Referent beschrieb zu Beginn seines Vortrags den Einfluss der digitalen Welt auf die Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Gerade in der Welt Jugendlicher entständen durch den PC eine Vielfalt neuer Wirklichkeiten. Resonanzerfahrungen bekämen eine andere Qualität.

In Rahmen seiner therapeutischen Tätigkeit machte Roland Brückl häufig die Erfahrung,

dass digitale Medien in der Beziehungsgestaltung vieler Menschen eine immer größere Rolle spielen. So macht es in seinen Augen Sinn, diesem Aspekt bereits zu Beginn der Therapie Raum zu geben.

Mit Fotos aus Therapiegestaltungen aus dem Einzel- und Gruppensetting wurde deutlich, dass Fragen wie „Welchen Raum nehmen digitale Medien in ihrem Leben ein?“, einen sehr bedeutsamen Aspekt der Lebensrealität von Patient*innen abbilden können – und wie wichtig es für KBT-Therapeut*innen sein kann, ausrangierte Handys und Laptops in ihren Fundus an Gegenständen aufzunehmen.

Eine Liveumfrage über ein Umfrage-Tool, an dem die Zuhörer*innen sich mit ihren eigenen Handys beteiligen konnten, machte deutlich, dass die teilnehmenden Kolleg*innen durchaus aufgeschlossen für eine Öffnung z.B. der KBT Weiterbildung für Themen aus der digitalen Welt sind.

Hände Handy 2019
Handy Hände
Freudenberg Brückl 2019
Nina Freudenberg - Roland Brückl

„Könnte KBT über einen Messengerdienst funktionieren?“ - Zu dieser spannenden Frage nahm der Referent sein Publikum in einem experimentellen Rollenspiel zusammen mit seiner Kollegin Nina Freudenberg mit.

An den Vortrag schloss sich eine lebendige Diskussion an. Mit großer Freude nahm das Publikum die Ankündigung auf, dass der Vortrag in einer der nächsten Zeitschriften zu lesen sein wird.

 

Am Samstagnachmittag fand die Mitgliederversammlung des DAKBT statt. Mit viel Applaus taten die Mitglieder zu Beginn ihre Anerkennung für Uschi Schönberger und Birgit Rosa kund, den beiden Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle, die allen Mitgliedern des Vereins das ganze Jahr über mit Rat und Tat zur Seite standen.

Mit einer Schweigeminute wurde die kürzlich verstorbene Ali Maußhardt geehrt, früher im Vorstand und zuletzt langjährige Ombudsfrau des DAKBT.

WBKom Gruppe 2019
Evelyn Schmidt wurde als Verantwortliche der Weiterbildungskommission verabschiedet. Sie gab ihr Amt an Sabine Wessendorf weiter, die in Zukunft im Team mit Nina Freudenberg, Claudia Krüger und Renate Meyer unter anderem die Mentor*innenförderung in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stellen will. Künftig soll es Regionalkonferenzen für Mentor*innen in Ulm und Köln geben.

 

Die bei der letzten Mitgliederversammlung ins Leben gerufene AG Zukunftswerkstatt stellte ihre Arbeit vor und lud zur Zukunftswerkstatt am 28./29.2.20 nach Bad Honnef ein.

Die AG Öffentlichkeitsarbeit hat im vergangenen Jahr einen „Styleguide“ entwickelt, eine Möglichkeit für alle Mitglieder das KBT-Logo im internen Bereich der Homepage herunterzuladen. So wird ein einheitliches Erscheinungsbild in der Außendarstellung möglich.

Hamacher-Erbguth_Breitenborn_2019
Christine Breitenborn und Anke Hamacher-Erbguth wurden nach 10jähriger Tätigkeit mit großem Applaus aus der AG Öffentlichkeitsarbeit verabschiedet. In Zukunft übernehmen Susanne Wagner und Karin Hartwig die AG.

 

Die AG Weiterentwicklung der Lehre erarbeitete ein berufsbegleitendes Curriculum, das 90 Credit-Points entspricht. Im Augenblick wird nach einer Hochschule zur Kooperation gesucht. Die Zusammenarbeit mit der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin läuft weiterhin sehr gut.

Die Forschungsgruppe warb für ihr aktuelles Forschungsprojekt „Wirksamkeit der Gruppenbehandlung mit Konzentrativer Bewegungstherapie (KBT) aus Patient*innensicht. In Kliniken tätige Kolleg*innen sind eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Der Vorstand des DAKBT wurde neu gewählt. Rosemarie Gässler stellte sich nicht mehr zur Wahl und wurde mit Bedauern und viel Wertschätzung aus dem Vorstand verabschiedet.

Gässler Verabschiedung 2019
Rudolf Kost, Waltraut Betker, Ute Backmann, Rosemarie Gässler
Vorstand 2019
Ute Backmann, Rudolf Kost, Waltraut Betker

Ute Backmann wurde mit großer Mehrheit wieder, Waltraud Betker und Rudolf Kost neu in den Vorstand gewählt. Der neue Vorstand wurde mit großem Applaus in seinem Amt begrüßt.

Sylvia Keller-Kropp ist neue Ombudsfrau des DAKBT.

Die nächste Jahrestagung findet vom 15. bis 18.10.2020 in Wiesbaden statt, die Tagung 2021 Anfang Oktober in Salzburg.

Tanzabend 2019
Gute Gespräche an schön geschmückten Tischen und ausgelassener Tanz. Die KBT-Gemeinde feierte am Samstagabend ausgiebig und ausgelassen ihr Fest. Elvira Braun und Heidi Klett begeisterten dabei mit ihrem Auftritt als Prof. Dr Dr Mandelkern und Frau Feuilleton und ihrem klugen und witzigen Dialog rund um KBT und Digitalisierung.

 

Den letzten Vortrag der Tagung „Neue Medien – Neue Süchte? Ein Überblick über Verhaltenssüchte“ hielt am Sonntag Dr. Ekaterini Georgiadou, Psychologische Leitung der Sprechstunde für Verhaltenssüchte in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg.

Dr. Ekatarini Georgiadou 2019
Sie gab einen informativen Überklick über die substanzunabhängigen Süchte Kaufen, Internet und Glücksspiel und bezog die Zuhörerschaft durch Anregungen zur Selbstreflexion aktiv mit ins Vortragsgeschehen ein. Eine gefilmte Sequenz aus einer Therapie

mit einer kaufsüchtigen Frau machte den Umfang der Problematik deutlich. Die Referentin erzählte von sehr guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit einer KBT- Therapeutin und lud die Zuhörerschaft zu Überlegungen ein, welchen wirksamen Beitrag die KBT in der Therapie von Verhaltenssüchten leisten könnte.

Abgerundet wurde die Tagung durch ein inspirierendes und kommunikatives Großgruppenangebot, geleitet von Silvia Keller-Kropp. Unter der Überschrift „KBT 2.0. Was geht? Was bleibt? Was kommt dazu?“ trafen sich wechselnde Kleingruppen zu Fragen wie „Was hat dich erreicht /berührt?“ oder „Was ich in meine (KBT-) Praxis einfließen lasse, ausprobiere …“. Es war Zeit für persönliche Reflexion, den Austausch mit Kolleg*innen und das Entwickeln neuer Ideen.

 

2018 Waltraut Betker WS 1
WS 1: „Auf der sehn-süchtigen Suche nach Resonanz“ Brigitte Eulenpesch und Sabine Wessendorf
2018 N.Freudenberg R.Brückl WS2
WS 2: „Konzentrative Bewegungstherapie analog - die Natur der Sinne" Nina Freudenberg
Gräff
WS 3: „Berühren LERNEN" Christine Gräff
Eüner_Schreiber-Willnow_2019
WS 4: „„Therapeutische Praxis und wissenschaftliche Reflektion“ Karin Schreiber-Willnow und Alexandra Epner
Betker_2019
WS 5: Waltraut Betker
Christoph_Rother_2019
Morgeneinstimmung: Christoph Rother

Bericht: Karin Hartwig      Fotos: Kathinka Kintrup

Die Körperschemastörung ist ein zentrales Symptom der Anorexia nervosa. Die vorliegende Publikation verdeutlicht wie mit dem BID-CA Test das Ausmaß der Wahrnehmungsverzerrung (T1) und die Veränderungen am Ende der Behandlung (T2) erfasst werden können. 

Hier der Link zum Artikel:

Perceptive Body Image Distortion in Adolescent Anorexia Nervosa: Changes After Treatment

In der Traueranzeige wird Ali Maußhardt charakterisiert:

„Den Menschen zuhören, sie ernstnehmen, Brücken bauen, Vertrauen haben in das Schicksal jedes Einzelnen“.

So haben wir unser Ehrenmitglied Ali Maußhardt auch im DAKBT kennen gelernt. Sie war immer zur Stelle, wenn sie im DAKBT gebraucht wurde.

Ali Maußhardt gehörte zu den Gründungsmitgliedern des DAKBT im Jahr 1975. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass aus einem losen Arbeitskreis der DAKBT e.V. wurde. Ihre langjährige parlamentarische Erfahrung kam somit uns allen zu gute. Von 1985 bis 1990 war sie Mitglied des Vorstands.

In dieser Zeit, in der Rudolf Kost und ich ebenfalls im Vorstand waren, hat sie uns behutsam und zugleich klar strukturiert begleitet. Ab und zu auch davor bewahrt, das Rad neu erfinden zu wollen.

Lange Jahre hat sie die Mitgliederversammlungen des DAKBT souverän geleitet, manche hitzige Debatte durch eine klare Standortsbestimmung entschärft, um uns dann, ganz KBT gemäß, zu zeigen was der mögliche nächste Schritt sein könnte.

Durch ihre Arbeit an der Fachhochschule in Reutlingen war Ali schon in den 70er Jahren mit Supervision vertraut, was in der Anfangszeit des DAKBT nicht für alle selbstverständlich war. In den Folgejahren war sie für viele von uns als Supervisorin wichtig und hilfreich.

Auch in den 70er Jahren ermöglichte sie, durch die Verbindung zu „ihrer Forschungsstelle“ an der Fachhochschule, erste Versuche mit Video- Aufzeichnungen und KBT in Kirchberg zu machen. Sie hatte die Gelegenheit eine Videokamera auszuleihen, was damals sowohl beeindruckte als auch irritierte. Danach wurde das Projekt für längere Zeit zur Seite gelegt.

Mit der Zunahme der Mitgliederzahl des DAKBT nahmen auch die Konflikte zu. So wurde sie 1996 zur Ombudsfrau berufen. Dieses Amt hatte sie bis 2011 inne. 15 Jahre! Dann hat Rudolf Kost sie abgelöst.

Immer wieder konnte man erfahren: sie konnte zuhören und ihr Gegenüber ernst nehmen, und mit den Beteiligten angemessenen Lösungen finden.

Thea Schönfelder, ein ebenfalls verstorbenes Ehrenmitglied des DAKBT, nach Ali Maußhardt befragt, sagte 2009: „Ali ist verschwiegen, reell, unparteiisch und sie kann klar denken“.

Bis in ihr hohes Alter hatte Ali so manche Fäden in der Hand, familiäre und solche aus ihrer früheren KBT-Arbeit. Noch als 90jährige machte sie ihre regelmäßigen Besuche im Altenheim.

Ali war in den letzten Jahren mehrfach bei mir in Konstanz zu Gast - im Sommer und im Winter. Das Schwimmen im Bodensee genoss sie ganz besonders. Ich habe Ali in Erinnerung als eine Frau die auch im hohen Alter wusste, was sie will und dies auch durchzusetzen verstand. Sie konnte bis zu ihrem Lebensende selbstbestimmt leben.

Was will man mehr!

Konstanz, im August 2019

Dorothée Schmidt

Foto: fotodesignhorsthaas