2012 - Tagungsbericht
14. Forschungswerkstatt vom 24. bis 25.02.2012 in Bad Honnef
Das Thema der diesjährigen Forschungswerkstatt „Fallstricke und Eigentore in der KBT" stieß auf reges Interesse und so fanden sich rund 50 TeilnehmerInnen am Freitagnachmittag in der Rhein-Klinik ein. Nach der Begrüßung durch den DAKBT-Vorstand und Dr. Jutta Kruse (ärztliche Leitung) gab Dr. Karin Schreiber-Willnow eine kurze Einführung in das Thema.
Die Vortragsreihe eröffnete Prof. Dr. Carsten Spitzer, ärztlicher Direktor des Asklepios Fachklinikums Tiefenbrunn, der freundlicherweise kurzfristig für Prof. Dr. Bernhard Strauß (Jena) eingesprungen war, mit einem sehr interessanten und anregenden Vortrag, bei dem er auf der Grundlage der Ergebnisse der Psychotherapieforschung einen kritischen Blick auf die Wirksamkeit von Psychotherapie im Allgemeinen und die Selbstüberzeugtheit vieler Psychotherapeuten warf.
Wie wir in der KBT mit „Fallstricken" und „Eigentoren" umgehen, wurde aus der Sicht einer Lehrbeauftragten, einer Weiterbildungskandidatin und einer Supervisorin vorgetragen: Christine Gräff sprach über Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, sowohl in der Therapie als auch von Seiten des Vereins, blickte aber auch mit einem kritische Auge auf die KBT, so wie sie heutzutage gelehrt und ausgeübt wird. Die anschließende Diskussion wurde lebendig und kontrovers geführt. Im Anschluss berichtete Silvia Maag sehr eindrücklich und offen über ihre ersten Schritte als KBT-Therapeutin mit ihren ganz persönlichen „Fallstricken" und „Eigentoren". Ein großer Teil der Zuhörerschaft fühlte sich sicher an die eine oder andere Situation des eigenen therapeutischen Werdegangs erinnert. Das Thema rundete Marie-Louise Redel ab, indem sie Beispiele aus ihrer Arbeit als Supervisorin einbrachte. Trotz des dichten Programms fand sich ein Teil der TeilnehmerInnen noch zu einer Kleingruppenarbeit zur Vertiefung des Themas zusammen. Nach einem leckeren Abendessen wurde noch weiter geplauscht und das Tanzbein geschwungen.
Der Samstagmorgen begann mit der Vorstellung des aktuellen Forschungsprojekts der DAKBT-Forschungsgruppe, wobei Prof. Dr. Klaus-Peter Seidler die vorläufigen Ergebnisse zum Zusammenhang von Patientenmerkmalen und KBT-Gruppenstundenerleben präsentierte. Im Anschluss daran folgten die Arbeitsgruppen des DAKBT: Die Diagnostikgruppe stellte ihre weiteren Arbeitsschritte zur Entwicklung eines Instrumentariums zur Eingangsdiagnostik in Verbindung mit der OPD-Strukturachse vor. In der anschließenden Kleingruppenarbeit rauchten die Köpfe; die Komplexität und die Herausforderungen an diese Arbeitsgruppe wurden sehr leibhaftig gespürt. Den Abschluss bildete die Arbeitsgruppe Gesundheitsförderung und Prävention. Auch hier wurde nach der Präsentation durch die Gruppe eifrig in Kleingruppen weiter an der Entwicklung eines Konzepts zur Stressbewältigung auf der Grundlage von KBT-Angeboten gearbeitet. Dr. Regina Schrack-Frank führte wie in den letzten Jahren sehr herzlich und erfrischend durchs Programm und entließ die zufriedenen und angefüllten Zuhörer in das Restwochenende.
Ein herzlicher Dank gilt der Rhein-Klinik für die uns entgegengebrachte Gastfreundlichkeit.
Zum Vormerken: die 15. KBT-Forschungswerkstatt findet in Bad Honnef am 22./23.2.2013 stat