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Zur Geschichte der KBT
Konzentrative Bewegungstherapie ist
eine Tat-Sache
(Prof. Dr. med. H. Stolze)
Als körperorientiert psychotherapeutische
Therapiemethode wird die „Konzentrative Bewegungstherapie“
seit ihrer Gründungsphase in den 50er Jahren intensiv
beforscht. Ihre stete theoretische und praktische Weiterentwicklung
hat die Methode einer Reihe von Vordenkern – die
immer auch Praktiker waren und sind – zu verdanken.
Organische Gesetzmäßigkeiten und leib-seelische
Zusammenhänge erforschte erstmals Elsa Gindler. Ihr
Anliegen war es, die „Erfahrbereitschaft des Menschen
zu wecken“. 1923 postulierte Freud: “Das Ich
ist ein Körperliches“. Damit hat schon Freud
im Geist der aufkommenden Psychoanalyse dem Körper
eine wichtige Bedeutung zugewiesen. In den zwanziger Jahren
befassten sich Ärzte und Psychotherapeuten mit leib-seelischen
Zusammenhängen. Der Mensch wurde in seiner Ganzheit
wahrgenommen.
Elsa Gindler kam aus der Gymnastikbewegung dieser Zeit.
Sie arbeitete mit ihren Schülern an der Regenerationsfähigkeit
der Organismus. Die von innen kommende Lebendigkeit wurde
dadurch geweckt, dass Bewegungen wahrgenommen und gespürt
wurden, statt sie mechanisch, einem Leistungs- und Schönheitsideal
entsprechend, auszuführen. Eine Schülerin von
Elsa Gindler, Gertrud Heller, setzte die Methode bei psychisch
Kranken ein. Durch sie gewann Prof. Helmuth Stolze Einblick
in diese Arbeit und wandte sie erfolgreich in seiner psychotherapeutischen
Praxis an. 1958 führte er sie als „Konzentrative
Bewegungstherapie“ bei den Lindauer Psychotherapiewochen
ein. Mit „Konzentrativ“ ist die Fähigkeit
gemeint, eine Aufgabe voll zu akzeptieren und mit ihr
in Kontakt zu sein.
„Jetzt habe ich es begriffen“
Hierbei ist sowohl das präverbale Greifen (spüren,
fühlen, bewegen) als auch das verbale Begreifen (denken,
sprechen, zuordnen) enthalten. Das ist der Gestaltkreis,
über den Viktor von Weizsäcker ein ganzes Werk
geschrieben hat. Helmuth Stolze führte den Gestaltkreis
als Theorie in die KBT ein.
1973 wurde der Arbeitskreis für Konzentrative
Bewegungstherapie, der DAKBT, von Dr. Ursula Kost gegründet.
Rasch wurde die Weiterbildung in Methode und Theorie der
Konzentrativen Bewegungstherapie entwickelt. Der Psychoanalytiker
Prof. Dr. med. Hans Becker trug mit dazu bei, dass die
KBT in die tiefenpsychologische Psychotherapie eingeordnet
wurde. 1981 kam sein Buch heraus, in dem er die KBT in
Verbindung zur Psychoanalyse darstellte: “Konzentrative
Bewegungstherapie - Integrationsversuch von Körperlichkeit
und Handeln in den psychoanalytischen Prozess“.
1984 gab Prof. Dr. med. Stolze einen Sammelband mit Artikeln
und Vorträgen von Mitgliedern des DAKBT und seine
eigenen Veröffentlichungen heraus: “Konzentrative
Bewegungstherapie. Grundlagen und Erfahrungen“.
Eine Schülerin von ihm, Christine Gräff, schrieb
1983 das Buch „Konzentrative Bewegungstherapie in
der Praxis“. Seitdem erscheinen weitere Bücher,
Artikel und Veröffentlichungen, welche die Entwicklungen
der KBT von den Wurzeln bis zur Verknüpfung mit aktuellen
wissenschaftlichen Erkenntnissen beschreiben.
1980 erfolgte die Gründung des Österreichischen
Arbeitskreises (ÖAKBT), der europäische Arbeitskreis
(EAKBT) wurde 2001 gegründet. Belgien, Deutschland,
Österreich, Italien, Schweiz und die Slowakei haben
eigene Arbeitskreise in ihrem Land und sind Mitglied im
EAKBT.
Elsa Gindler experimentierte damit, die Erfahrbereitschaft
des Menschen zu wecken. Sie fand heraus, dass durch wache
Aufmerksamkeit Neues erfahren wird. Prof. Dr. med. Helmuth
Stolze sprach vom „Üben ohne Übung“.
Das bedeutet, die Aufmerksamkeit auf eigene Handlungen
und den Handlungsdialog zu lenken. Dabei ist ausschlaggebend,
was im Hier und Jetzt, im „zwischenmenschlichen
Bedeutungsraum“ (Prof. Dr. med. J. Bauer) geschieht.
Dies deckt sich mit neuesten neurobiologischen Erkenntnissen.
Überraschende, positive neue Erfahrungen schaffen
neue Vernetzungen im Gehirn, dadurch werden auch neue
heilsame Veränderungen angebahnt und bewirkt.
Über KBT:
Die „Konzentrative Bewegungstherapie“ (KBT)
ist ein körperorientiert psychotherapeutisch arbeitendes
Therapieverfahren. Der Deutscher Arbeitskreis für
KBT hat seinen Schwerpunkt in der qualifizierten Weiterbildung
und in der weitergehenden Beforschung der Methode. In
Deutschland wird die KBT-Methode seit den 50er Jahren
mit großem Erfolg stationär angewandt: Derzeit
in 92 psychosomatischen Kliniken (der überwiegenden
Zahl derartiger Einrichtungen), rund 260 Therapeutinnen
und Therapeuten bieten KBT schwerpunktmäßig
ambulant an. Über Landesgrenzen hinweg sind die Therapeuten
in Belgien, Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz,
und der Slowakei auch im EAKBT (Europäischer Arbeitskreis
für KBT) organisiert.
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