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Überblick
zur Konzentrativen Bewegungstherapie
Die KBT – eine bewegende Therapie
für Körper und Psyche
Nahezu jede psychosomatische Klinik
in Deutschland – und es gibt hier das dichteste
Netz solcher Einrichtungen weltweit – bietet die
Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) an. In ihrer Wirksamkeit
findet die Methode immer mehr Bestätigung: Zum einen
über die hohe Nachfrage von Klienten und zum anderen
durch aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft.
Die Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) ist ein körperorientiert
psychotherapeutisch arbeitendes Therapieverfahren. Der
wesentliche Unterschied zu anderen psychotherapeutischen
Verfahren ist die Bedeutung, die die KBT dem Körperlichen
für das Geschehen in der Psyche beimisst.
Eine bewusste Körperwahrnehmung hilft dem Klienten,
seine gesunden Anteile und seine Störungen mit
Hilfe der Therapeutin wahrzunehmen und zu unterschieden,
und damit auch zu verstehen. Er erfährt also seine
Probleme durch Wahrnehmung und Bewegung am eigenen Körper.
Indem er darüber reflektiert und spricht, werden
seine Probleme im Wortsinn „begreifbar“.
Burn-Out-Syndrom, Traumata, Lebenskrisen, Partnerprobleme
oder Verhaltensstörungen – die Einsatzmöglichkeiten
einer KBT sind außerordentlich vielfältig.
Überdies dient KBT dazu, durch Selbsterfahrung
ein besseres Gespür für den eigenen Körper
und die eigene Psyche zu erlangen, Fehlhaltungen schnell
zu erkennen, und so Krankheiten vorzubeugen.
Den eigenen Körper neu erleben
KBT-Therapeuten arbeiten gerne mit einer Vielzahl von
Objekten (Naturobjekte Bälle, Stäbe, Tücher,
etc). Im Umgang mit diesen Materialien erlebt der Klient
einen symbolischen Bedeutungsgehalt. Das heißt,
er kann seine Einstellungen und sein Verhalten differenzierter
wahrnehmen, fixierte Haltungen mit Hilfe neuer Beweglichkeit
abbauen und seine Entscheidungsfähigkeit wiedergewinnen.
Die theoretische Grundlage: Sinnesempfindung und Lebenserfahrung
bilden zusammen die individuelle Wahrnehmung. Mit jeder
Sinneserfahrung, die der Klient in der Therapiesituation
erlebt, wird nun gleichzeitig eine innere Bewegung ausgelöst
und damit seine Wahrnehmung erweitert. Dies entspricht
der Gestaltkreislehre von Viktor von Weizsäcker,
der annahm, dass Erfahrungen auf der Ebene des Wahrnehmens
und Bewegens auf die Ebene des Denkens und Sprechens
übergreifen, und umgekehrt.
Was den Nachweis der Wirksamkeit betrifft, so festigt
insbesondere die derzeit stark beachtete neurowissenschaftliche
Hirnforschung den Stand der KBT-Praktiker. Denn der
Nachweis von so genannten Spiegelneuronen im Gehirn
lässt neue Rückschlüsse auf die Bedeutung
von Beziehung und Bewegung in der Psychotherapie zu
und bestätigt die Heilungsmechanismen, die zwischen
Therapeut und Klient eintreten, vor allem wenn die Sensomotorik
beteiligt ist.
Qualifizierte Ausbildung als wichtige
Grundlage
KBT ist eine Methode, die berufsbegleitend erlernt wird;
systematisch wird die Weiterbildung bereits seit über
30 Jahren betrieben. Die Grundlage ist immer ein erlernter
Beruf, etwa aus den Bereichen Medizin, Psychologie oder
Pädagogik.
Im Durchschnitt dauert eine Weiterbildung vier bis fünf
Jahre und gliedert sich in drei Teile: Selbsterfahrung,
Theorie und Methodik, und abschließend die praktische
Anwendung unter Supervision. Untersuchungen kamen zu
dem Ergebnis, dass KBT-Therapeuten aufgrund verstärkter
Selbstwahrnehmung langfristig zufriedener als andere
Therapeuten sind; die in der täglichen Arbeit praktizierte
Selbstfürsorge beugt Burn-Out vor.
In Deutschland wird die Methode in nahezu allen psychosomatischen
Kliniken stationär angeboten (derzeit in etwa 92),
und rund 260 Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten
schwerpunktmäßig ambulant. Im Gegensatz zum
Nachbarland Österreich wird KBT von den Kassen
in Deutschland nicht anerkannt, muss also im ambulanten
– nicht aber im stationären - Bereich vom
Klienten selbst bezahlt werden.
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