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25.11.2005
Fachtagung der Konzentrativen Bewegungstherapie
(KBT) vereint Wissenschaft und Praktiker
Tagung bestätigt steigendes Interesse
an der KBT – Methode ist aus psychosomatischen Kliniken
nicht mehr wegzudenken
Der Deutsche Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie
(DAKBT) fand sich im November zur Jahrestagung in Bonn
zusammen. Unter der Leitfrage „Was bewegt die KBT
im Kopf?“ diskutierten rund 200 Teilnehmer über
aktuelle neurobiologische Erkenntnisse und deren Bedeutung
für die Psychotherapie. Selbsterfahrungsseminare
setzten dies sogleich in die Praxis um.
Hauptreferent Prof. Dr. Joachim Bauer
ist Therapeut und gleichzeitig Leiter der Ambulanz für
Psychosomatische Medizin an der Universitätsklinik
Freiburg. Seine Erfahrung aus der Praxis und seine Erkenntnisse
als Wissenschaftler überzeugen ihn von der Wirksamkeit
der KBT-Methode: Sie sei ein fester Bestandteil der psychosomatischen
Kliniken in Deutschland, auf den nicht mehr verzichtet
werden könne. In einem eindrucksvollen Vortrag über
die Neurobiologie des menschlichen Gehirns („Der
Körper als Erinnerungsspeicher - zwischenmenschliche
Beziehungserfahrung aus neurobiologischer Sicht“)
zog er Rückschlüsse auf die Heilmechanismen
der Konzentrativen Bewegungstherapie, und führte
neueste Ergebnisse der Hirnforschung auf, die den direkten
Zusammenhang zwischen Körper und Psyche bestätigen.
Weiterhin beschäftigte sich die Tagung mit der „Neurobiologie
des Lernens“ des in Hamburg forschenden Prof.
Dr. Dieter F. Braus. Er betonte dabei die kompensatorischen
Faktoren bei genetisch bedingter schlechter Gedächtnisleistung.
Prof. Braus nannte neben positiven frühkindlichen
Erfahrungen und sozialer Reichhaltigkeit auch Faktoren
wie Schlaf, Bewegung und positive Interaktion mit der
Umwelt als Faktoren, die bestimmte Gensequenzen abgeschaltet
lassen.
Mit dem Zusammenhang von „Leibgedächtnis
und Lebensgeschichte“setzte sich Prof.
Dr. Th. Fuchs auseinander. Dieser Vortrag machte
deutlich, dass jede Form von Identität, Persönlichkeit
und Charakter auf der individuellen Selbstvertrautheit
und dem leiblichen Gedächtnis des Körpers beruht.
KBT-Therapeutin und Psychologin B.
Purschke-Heinz lud zur „Spurensuche“
ein: Sie zeigte anhand eines Fallbeispiels die vielfältigen
Wege zu einem Therapieerfolg auf.
Die Mitglieder konnten an verschiedenen Seminaren zur
Selbsterfahrung teilzunehmen. Dabei arbeiteten die Therapeuten
an Themen wie „Traumabewältigung“, „KBT
mit schizophren erkrankten Menschen“ und „Körperbild
und Körpergedächtnis“. Außerdem
gedachte der Verband mit einer Veranstaltung Herrn Prof.
med. H. Stolze, dem Begründer und geistigen Vater
der KBT, der im vergangenen Jahr im Alter von 87 Jahren
verstorben war. Auf seinen theoretischen Ausarbeitungen
zum „Be-Greifen“ - auf der Grundlage der Gestaltkreistheorie
V. v. Weizsäckers - beruht die Konzentrative Bewegungstherapie
im Kern noch heute.
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