30.03.2006

„Um Lebendes zu erforschen, muss man sich am Leben beteiligen“

Gedenkschrift für den Begründer der KBT Prof. Dr. Helmuth Stolze - Erstmalige Veröffentlichung seines „Tetraeder-Modells“

Die Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) wird heute in nahezu allen psychosomatischen Kliniken Deutschlands praktiziert. Die Grundlagen dieser Methode legte Prof. Dr. Helmuth Stolze. Mit seinen Theorien wurde er zum Pionier der körperorientierten Psychotherapieform KBT und fasste sie in einem „Tetraeder des Begreifens“ zusammen.


Prof. Dr. Stolze (1917-2004) wird nach wie vor als einer der wegweisenden Vertreter dieser Psychotherapieform geschätzt. Mit dem Buch „KBT auf dem Weg“ halten die Herausgeberinnen Renate Schwarze und Barbara Purschke-Heinz fest, welche Ideen er der KBT mitgab.
Mit viel Respekt und großer Dankbarkeit schildern Weggefährten und Kollegen einprägsame Begegnungen mit Stolze. Der Vorstand des DAKBT (Deutscher Arbeitskreis für KBT) beschreibt den „Wanderprediger“ als „eine Mischung von unbeirrbar und offen sein für Neues“. Immer habe er gegen feste Regeln und starres Verharren gekämpft, wollte den Fluss von Wahrnehmung, Intuition und Kreativität durch nichts behindern. „Immer auf dem Weg“ sei Stolze gewesen, um die Psychotherapie davon zu überzeugen, dass Körper und Psyche die Einheit des Menschen bilden.


Die Gedenkschrift erinnert vor allem an die Arbeit und das Wirken des KBT-Begründers. So ist ein großer Teil des Buches den Theorien Stolzes gewidmet. Auf der Grundlage eines Vortrag-Manuskripts wird erstmals überhaupt der „Tetreader des Begreifens“ veröffentlicht. Dieses Modell ist als Lebenswerk Stolzes zu sehen: Er konzentriert darin seine jahrzehntelangen Reflexionen und Erfahrungen aus der psychotherapeutischen Arbeit. Die Darstellung als „Tetreader“ fußt auf den vier Funktionen Denken, Sprechen, Bewegen und Wahrnehmen. Die Figur des Tetraeders ist für Stolze dann ideal, wenn er aus vier gleichseitigen Dreiecken besteht – wenn also alle vier Vorgänge beim Menschen gleich ausgeprägt sind und zueinander in Harmonie stehen. Grundlage des Modells bilden die Theorien von Viktor v. Weizsäcker (kinästetischer Gestaltkreis Bewegen und Wahrnehmen) und von Jean Piaget (verbaler Gestaltkreis Denken und Sprechen). Stolze hat diese beiden Gestaltkreise zusammengefasst dargestellt als Gestaltkreis des Begreifens.
„Um Lebendes zu erforschen, muss man sich am Leben beteiligen“, (Zitat V.v. Weizsäcker) lautet der dritte Teil der Gedenkschrift, der weitere Beiträge und gesammelte Gedanken aus Stolzes späten Lebensjahren beschreibt. In einem Interview erzählt er von seinen Erlebnissen, seinen Aufgaben, und seiner Verantwortung als Begründer der KBT.


Schwarze, R., Purschke-Heinz, B. (Hrsg.): KBT auf dem Weg. Gedenkschrift für Helmuth Stolze, dem Begründer der Konzentrativen Bewegungstherapie. Telgte: Im Selbstverlag 2005, ca. 276 S.
Das Buch wird über die Geschäftsstelle des DAKBT (Grüner Weg 4 / 48291 Telgte) vertrieben.





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