22.11.2006

KBT hält im Alter lebendig

30. Jahrestagung des DAKBT wurde zum Erfahrungsaustausch unter den Generationen

Seine 30. Jahrestagung veranstaltete der DAKBT (Deutscher Arbeitskreis Konzentrative Bewegungstherapie) vom 23. bis 26. November 2006 im Beisein der Begründerin Frau Dr. Ursula Kost. Aufgrund der hohen Anzahl an Mitgliedern, die derzeit die Weiterbildung zum KBT-Therapeuten absolvieren, widmete sich die Tagung dem „Dialog der Generationen“.

Die Vortragsreihe eröffnete Dorothee Schmidt, Psychoanalytikerin und Lehrbeauftragte des DAKBT mit ihrem Vortrag „Altern mit und ohne KBT“. Sie präsentierte das Ergebnis einer schriftlichen Umfrage unter 70 KBT-TherapeutInnen, die über 60 Jahre alt sind: Krankheit und Einschränkung im Alter kann auch die KBT nicht verhindern - ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper hält jedoch die persönlichen Gestaltungskräfte im letzten Lebensabschnitt lebendig.

Frau Prof. Dr. Anke Abraham, die an der Universität Marburg im Bereich „Psychologie der Bewegung“ lehrt und gleichzeitig als KBT-Therapeutin tätig ist, referierte über „Das Gesagte und das Ungesagte – der Körper als Basis und Fokus des Lebens“. Grundlage ihres Vortrags war die Auswertung von Interviews, die der Frage nachgingen, wie Menschen ihr Leben im Horizont ihrer eigenen Körperlichkeit begreifen: Wie sprechen sie über ihren Körper, wie erleben sie ihn und wie gehen sie mit ihm um?

Unter dem Titel „Immer mehr der/die werden, der/die ich eigentlich bin“ sprach der Benediktiner Mönch Dr. Mauritius Wilde zum Abschluss der Tagung. Am Beispiel des Mönchsvaters St. Benedikt (5.Jd. n. Chr.) zeigte er den Weg einer geglückten menschlichen Entwicklung auf.

Die TagungsteilnehmerInnen vertieften das Gehörte in verschiedenen Arbeitsgruppen. In einer Gesprächsrunde kam es zum lebhaften Erfahrungsaustausch zwischen langjährigen TherapeutInnen und derzeitigen WeiterbildungskandidatInnen. Die Grundidee der KBT - der Aufruf zum Handeln – wurde dabei als starkes inhaltliches Element bestätigt. Auf dieser Idee fußen auch die Anfänge der KBT in Deutschland, als Dr. Ursula Kost gemeinsam mit Prof. Dr. Helmuth Stolze die körperorientierte Therapieform in den 60er Jahren auf den Lindauer Psychotherapiewochen präsentierte.
Die Tagung wurde durch die Ärztekammer Baden-Württemberg zertifiziert.



» Fachtagung 2006 (PDF) 19 KB

» Bestelliste für Video/Audio-Dokumentationen von der Fachtagung (PDF) 25 KB