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Kordy, H., von Rad, M. & Senf, W. (1990)

Bibliographische Angabe

Kordy, H., von Rad, M. & Senf, W. (1990). Therapeutische Faktoren bei stationärer Psychotherapie - Die Sicht der Patienten. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 40, 380-387.

 

Fragestellung / Hypothesen

Welche Elemente des stationären Behandlungssettings werden von welchen Patienten als hilfreich bzw. als wenig hilfreich eingeschätzt? Ist die Bewertung der verschiedenen Behandlungselemente abhängig von dem jeweiligen Behandlungssetting? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Erfolgsrate und subjektiver Bedeutung der verschiedenen Behandlungselemente?

 

Stichprobe

291 Patienten mit psychoneurotischen Symptomen, funktionellen Störungen und psychosomatischen Erkrankungen einer Klinik für Psychosomatik.

 

Untersuchungsdesign

Naturalistisch angelegte Untersuchung mit Prä-Post-Vergleich anhand des Gießen-Tests (GT; Beckmann, Brähler & Richter, 1990) und des Gießener Beschwerdebogens (GBB; Brähler & Scheer, 1983), um den individuellen Therapieerfolg zu erfassen, sowie Fragebogenerhebung zur Wirksamkeit der Einzelelemente stationärer Psychotherapie zum Abschluss der Behandlung. Vergleich zweier Behandlungssettings (Setting I: Gruppentherapie, Setting II: kombinierte Einzel- und Gruppentherapie).

 

Datenerhebungsverfahren

Im Fragebogen zur Wirksamkeit der Einzelelemente stationärer Psychotherapie werden 18 verschiedene Behandlungselemente, u.a. auch KBT, berücksichtigt. Es soll eine Einschätzung in Hinblick darauf erfolgen, wie hilfreich diese erlebt wurden, sowie die drei hilfreichsten Elemente benannt werden.

 

Datenauswertungsverfahren

Deskriptivstatistische Datenanalyse.

 

Ergebnis

93% (Setting I) bzw. 82% (Setting II) der Patienten erleben die KBT als hilfreiches therapeutisches Element. Im rein gruppentherapeutischen Setting (I) wird die KBT neben der Gruppentherapie als hilfreichstes Behandlungselement bewertet (je 71% der Patienten); im Behandlungssetting mit Einzeltherapie (II) erscheint die KBT als zweit hilfreichstes Behandlungselement (53%) hinter der Einzeltherapie (91%) und vor der Gestaltungstherapie (48%) und der Gruppentherapie (31%). Teilweise zeigen sich Unterschiede in der Einschätzung der KBT im Abhängigkeit vom Geschlecht, Alter und Erkrankung der Patienten. Diese fallen über die Behandlungssettings hinweg aber nicht konsistent aus. So zählen im Setting II Frauen fast doppelt so häufig wie die Männer die KBT zu den drei wichtigsten Behandlungselementen (63% gegenüber 36%); im Setting I ist hingegen kein Unterschied zwischen Männer und Frauen in der Einschätzung zu finden (jeweils 71%). Bei Berücksichtigung des über den Prä-Post-Vergleich festgestellten Therapieerfolgs zeigt sich, dass die Einschätzung des Patienten, welches Behandlungselement als besonders hilfreich erlebt wird, in keinem deutlichen Zusammenhang zum Therapieerfolg steht.