Bibliographische
Angabe
Weber, C., Haltenhof, H., Combecher, J. & Blankenburg,
W. (1994). Bewegungstherapie bei Patienten mit psychischen
Störungen: Eine Verlaufsstudie. In F. Lamprecht &
R. Johnen (Hrsg.), Salutogenese. Ein neues Konzept in
der Psychosomatik? (S. 536-543). Frankfurt a.M.: VAS.
Fragestellung / Hypothesen
Profitieren Patienten einer psychiatrischen Klinik von
der Teilnahme an einer Bewegung-stherapie-Gruppe, die
u.a. mit Elementen der Konzentrativen Bewegungstherapie
und des Sensory Awareness nach Selver arbeitet? Ergeben
sich unterschiedliche Effekte für zwei diagnostische
Gruppen (depressive vs. neurotische Patienten)?
Stichprobe
70 Patienten (69% Frauen) einer psychiatrischen Klinik
(53% depressive Störungen, 39% neurotische Störungen,
3% manische Episode, 6% schizophrene Störungen),
von denen 38 mindestens fünfmal an der Bewegungstherapie-Gruppe
teilnahmen.
Untersuchungsdesign
Quasi-experimentelles Design mit Prä- und Post-
(nach durchschnittlich 29 Tagen) Messung.
Datenerhebungsverfahren
Prä-Post-Messung mit dem Fragebogen zur Beurteilung
des eigenen Körpers (FBeK; Strauß
& Richter-Appelt, 1995), der Befindlichkeitsskala
(Bf-S; Zerssen, 1976a),
der Beschwerden-Liste (B-L; Zerssen,
1976b), der Fragebogen zum körperbezogenen Locus
of Control (KLC; Mrazek, 1989)
sowie dem Beeinträchtigungsschwere-Score (BSS; Schepank,
1995).
Datenauswertungsverfahren
Inferenzstatistische Auswertung.
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Ergebnis
Im Vergleich zu den Patienten, die nicht an der Bewegungstherapie-Gruppe
teilgenommen haben, zeigt sich bei deren Teilnehmern
eine signifikante Besserung der Allgemeinbefind-lichkeit
(Bf-S), der Beschwerden (B-L) und ein Rückgang
von körperbezogener Unsicherheit und Missempfinden
(FBeK). Unabhängig von der Teilnahme an der Bewegungstherapie-Gruppe
lässt sich bei allen Patienten eine Zunahme körperbezogener
Attraktivität und Selbst-vertrauen (FBeK) und eine
Abnahme körper-bezogener Kontrollüberzeugungen
(KLC) nach-weisen. Teilnehmer und Nicht-Teilnehmer unterscheiden
sich nicht hinsichtlich der Abnahme des durch die Ärzte
beurteilten Störungsschweregrads (BSS), der in
beiden Gruppen in gleicher Ausprägung abnimmt.
Zwischen depressiv und neurotisch gestörten Teilnehmern
der Bewegungstherapie-Gruppe ergeben sich keine Unterschiede.
Anmerkung
Die Bewegungstherapie-Teilnehmer sind gegenüber
den Nicht-Teilnehmer weniger stark beeinträchtigt
(zu weiteren soziodemo-graphischen und behandlungsbezogenen
Unterschieden siehe Weber
& Haltenhof, 1999).
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