Bibliographische
Angabe
Völz, H. (1992). Zur Wirkungsweise der Konzentrativen
Bewegungstherapie - eine empirische Untersuchung. Unveröff.
Dipl.Arbeit, Universität Bielefeld.
Fragestellung / Hypothesen
(1) Was erleben Teilnehmer einer KBT-Selbsterfahrungsgruppe,
die über ein Wochenende und weitere neun anderthalb-stündige
Termine ging? (2) Hat das Ausmaß, inwieweit die
Teilnehmer ihren Körper in ihr Selbsterleben integrieren
und ihn akzeptieren einen Einfluss auf ihre Erfahrungen
in diesen Gruppen? (3) Hat die Art von Erwartungen an
die KBT-Selbsterfahrung einen Einfluss auf das Erleben
der Teilnehmer?
Stichprobe
Neun Psychologie-Studenten (66.7% Frauen). Die Teilnehmer
der Selbsterfahrungsgruppe wurden aus einem Pool von Interessenten
anhand der Ergebnisse in einem Körper-erfahrungsfragebogen
so ausgewählt, dass fünf Personen ihren Körper
deutlich geringer akzeptieren und ihn weniger in ihr Selbsterleben
integrieren als die vier anderen Teilnehmer.
Untersuchungsdesign
Pilot-Studie zur Hypothesengenerierung. Einzelfallanalysen
mit Prä- und Post-Messung sowie Verlaufsmessung.
Datenerhebungsverfahren
Körpererfahrungsfragebogen (KEF; Paulus,
1982) mit der Skala “Akzeptanz des eigenen Körpers
/ Integration des eigenen Körpers in das Selbsterleben”
(Prä-Post-Messung), neu konstruierter Erwartungsfragebogen
(Prä-Messung), modifizierter und erweiterter Gruppen-Erfahrungsbogen
von Eckert & Biermann-Ratjen
(1985) sowie fokussiertes Interview (Post-Messung).
Datenauswertungsverfahren
Deskriptive Einzelfallanalyse mit Inhaltsanalyse der qualitativen
Interview-Daten und deskriptiver Auswertung der quantitativen
Fragebogen-Daten. Vergleich und Zusammenfassung von Einzelfällen
gemäß den Fragestellungen.
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Ergebnis
Die Selbsterfahrungsteilnehmer berichten über Erfahrungen
in der KBT, die die Sensibilität für die eigene
Person (Körperwahrnehmung, Einstellungen zu und Bewertung
der eigenen Person, persönliche Eigenschaften, Wieder-erleben
lebensgeschichtlicher Ereignisse, Kon-zentration, Entspannung
und Spontanität), für Beziehungen zu anderen
Personen und für die unbelebte Umwelt betreffen und
sich auf Merkmale der KBT (Freiwilligkeit, spielerische
Elemente, Anschaulichkeit der Übungen, Vergleichsmöglichkeit,
Ausprobieren neuen Verhaltens) sowie den Einfluss des
Therapeuten-Paars und der verbalen Auf-arbeitung beziehen.
Insgesamt zeigt sich, dass von der Selbsterfahrung ein
Teilnehmer optimal profitieren konnte; sechs Teilnehmer
konnten gut und zwei Teilnehmer weniger profitieren. Die
Teilnehmer mit hoher Körperakzeptanz und Integration
des Körpers ins Selbsterleben unterscheiden sich
in ihren Erfahrungen nicht von denjenigen bei denen dieses
Merkmal niedrig ausgeprägt war. Ein Einfluss der
Erwartungen konnte aufgrund der hohen Homogenität
der Teilnehmererwar-tungen nicht ermittelt werden.
Anmerkung
Es werden aufgrund der Ergebnisse eine Vielzahl von Hypothesen
zur Wirkung und Wirkungsweise der KBT formuliert.
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